Cannabisanbau in Deutschland?

Seit 2017 wird medizinisches Cannabis in Deutschland auf Rezept verschrieben und damit von den Patienten legal konsumiert. Nur der Anbau von Cannabis war bisher weiterhin verboten. Dementsprechend musste das Hanf aus dem Ausland, beispielsweise aus Kanada oder den USA, importiert werden. Das ist insbesondere durch die Liberalisierung der ausländischen Märkte zunehmend schwieriger geworden. Und auch die Qualität der importierten Stoffe steht auf dem Prüfstand. Daher gab es durch die Bundesregierung schon länger das Vorhaben, einigen inländischen Unternehmen den Cannabisanbau, natürlich streng reguliert, zu gestatten. Drei Unternehmen haben nun offiziell die Erlaubnis zum Hanfanbau erhalten.

Hanf als Medizin

Stand 2019 werden in der Bundesrepublik rund 50.000 Menschen mit Cannabis behandelt. Obwohl es keine offiziellen Statistiken dazu gibt, sind das die Zahlen, die Aphria-Chef Knopp zum aktuellen Bedarf nennt. Aphria ist eines der Unternehmen, die in diesem Jahr mit dem Cannabisanbau beginnen dürfen. Die Krankheiten, die einen Patienten laut dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) für eine Cannabisbehandlung qualifizieren, sind unter anderem chronische Schmerzen, Multiple Sklerose, Epilepsie, depressive Störungen und ADHS. Patienten mit Psychosen oder einer Vorbelastung für psychische Krankheiten müssen beim Cannabiskonsum allerdings vorsichtig sein.

So funktioniert der Cannabisanbau in Deutschland

Der Hanfanbau wurde zunächst für die kommenden vier Jahre genehmigt. Jedes Jahr werden dazu 13 Lose zu je 200kg ausgeschrieben. Insgesamt dürfen damit 10,4 Tonnen Hanfprodukt geerntet werden. Die drei Unternehmen, die sich einen Teil der Lose sichern konnten, sind Aphria (5 Lose), Aurora Deutschland (5 Lose) und das Berliner Startup Demecan (3 Lose). Alle drei Firmen sind zwar deutsch, gehören aber zu kanadischen Mutterkonzernen odre kooperieren mit ihnen. Die erste Ernte der Cannabispflanzen soll bereits im Herbst 2020 erfolgen. Die Unternehmen müssen nun also zügig die Anlagen, mit hohen Anforderungen, bauen. Die Anlagen müssen dazu nicht nur streng abgesichert sein.

Ausstattung einer Cannabis-Plantage

Um hochwertige Produkte mit entsprechendem THC-Gehalt zu garantieren, müssen auch die Plantagen selbst über neuste Technik wie Infrarotlampen und Klimatechnik verfügen. Der Bau einer solchen Anlage ist teuer. Obwohl es keine genauen Zahlen dazu gibt, welche Umsätze die Unternehmen durch den Hanfanbau machen werden, geht man aber bisher fest davon aus, dass sich diese Kosten auf Dauer amortisieren werden.

Reicht der geplante Cannabisanbau?

Die durch die Bundesregierung angepeilte Hanfmenge reicht voraussichtlich nicht aus, um den deutschen Bedarf tatsächlich zu decken. Bei rund 50.000 Patienten müsste man mit dem aktuell genehmigten Anbau mit ca. 0,143g pro Tag und Kopf kalkulieren. Der Tagessatz für eine Erstbehandlung liegt aber bereits bei 1g pro Tag. Und: In Kanada, in dem die Behandlung mit Hanf bereits seit 2001 legal ist, erhalten mittlerweile 0,9% der Bevölkerung auch tatsächlich regelmäßig medizinisches Cannabis. Das wären in der Bundesrepublik 750.000 Menschen. Wenn der Bedarf an medizinischem Hanf also noch weiter steigt, wird der deutsche Markt weiterhin auf Importe angewiesen sein.

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Cannabiskonsum bei Jugendlichen

Der Cannabiskonsum unter Jugendlichen in Deutschland nimmt immer weiter zu. Das zeigt der Drogen- und Suchtbericht 2018, den Marlene Mortler im vergangenen Oktober vorgestellt hat, welche die Drogenbeauftrage der Bundesregierung ist. Demnach hat sich der Anteil der Jugendlichen zwischen 12 und 17 Jahren, die schon einmal Cannabis konsumiert haben, von 2011 bis 2016 deutlich erhöht. Statt vormals 6,7 Prozent sind es jetzt 8,3 Prozent. Ähnliche Entwicklungen stellte auch die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) fest. Dort gaben im Rahmen einer Studie 6,9 Prozent der Jugendlichen an, innnerhalb des ketzten Jahres mindestens einmal Marihuana konsumiert zu haben. Im Jahr 2011 lag dieser Wert noch bei 4,6 Prozent.

Gestiegener Cannabiskonsum auch bei den Erwachsenen

Die Studien haben auch den Konsum von Erwachsenen im Auge, beschränken sich dabei aber auf junge Menschen zwischen 18 und 25 Jahren. Bei dieser Bevölkerungsgruppe gaben 22 Prozent an, im Jahr 2018 wenigstens einmal Cannabis konsumiert zu haben. 2016 lag dieser Wert bei 16,8 Prozent, im Jahr 2008 waren es sogar nu 11,6 Prozent. Es zeigt sich also deutlich, dass der Cannabiskonsum bei jungen Menschen immer stärker ansteigt. Für die BZgA ist das ein klarer Anlass zur Sorge. Marlene Mortler macht deutlich auf die Gefahren der Droge aufmerksam und stuft Marihuana als eine Droge mit hohen gesundheitlichen Risiken ein. Aus diesem Grund sei auch eine Debatte um eine mögliche Legalisierung nicht sinnvoll.

Gesundheitliche Schäden durch Cannabikonsum besonders im jungen Alter

Experten sind sich größtenteils einig darüber, dass Cannabiskonsum gerade bei Kindern und Jugendlichen zu schweren Schäden führen kann. Eine enstprechende Studie der Universität Köln lieferte dazu entsprechende Ergebnisse. Zwei Gruppen von Personen wurden dort bei dem Absolvieren verschiedener Tests beobachtet, welche vor allem das Arbeitsgedächtnis forderten. Eine Gruppe bestand aus Personen, welche vor dem 16. Lebensjahr mit dem Cannabiskonsum begonnen hatte. Die Probanden der anderen Gruppe fingen erst mit 17 Jahren oder später mit dem Cannabiskonsum an. Eine Auswertung der Hirnaktivitätsmuster ergab, dass bestimmte Bereiche im Gehirn bei Früheinsteigern stärker aktiviert wurden als bei den anderen Teilnehmern der Studie. Für die Forscher ist das ein klares Zeichen dafür, dass bestimmte Hirnareale bei jugendlichen Cannabiskonsumenten nicht optimal organisiert sind.

Diese These stützt eine Studie des Max-Planck-Instituts für Hirnforschung. Dort haben Hirnstrommessungen ergeben, dass sich das Gehirn von Jugendlichen im Alter zwischen 15 und 17 Jahren im Umbruch befindet. Das Gehirn scheint sich zum Teil völlig neu zu organisieren und ist deshalb für jegliche Beeinflussungen durch Drogen und andere Substanzen besonders empfindlich.

Legalisierung von Cannabis kein Thema

Aufgrund der Gefahren für Jugendliche und auch Erwachsene ist eine mögliche Legalisierung von Cannabis für die Drogenbeauftragte Mortler weiterhin kein Thema. ein solcher Schritt käme ihrer Ansicht nach einer „Kapitulation“ gleich. Stattdessen verfolgt Mortler einen Ansatz, welcher die gesundheitlichen Folgen des Kiffens in den Mittelpunkt stellt. Süchtige Menschen sollen demnach früher Hilfestellungen erhalten, außerdem sollen Präventionsmaßnahmen verstärkt werden, um gesundheitliche Schäden in der frühen Entwicklung von Jugendlichen zu vermeiden.

Längst nicht jeder teilt derartige Ansichten. Während wohl niemand öffentlich einen legalen Konsum für Kinder und Jugendliche fordert, gibt es immer mehr, die die Droge zumindest für Erwachsene legalisieren wollen und dabei auf das Selbstbestimmungsrecht des Einzelnen verweisen. Außerdem wird auch immer wieder als Argument ins Feld geführt, dass eine Legalisierung dem Schwarzmarkt und damit kriminellen Energien den Nährboden nehmen könne. Am Ende ist die Diskussion also noch lange nicht.

Weniger Alkohol und Tabak

Während Marihuana von immer mehr Menschen in Deutschland konsumiert wird, sind andere Suchtmittel derzeit auf Schrumpfkurs. Sowohl Alkohol als auch Tabak werden von immer weniger Jugendlichen konsumiert. Seit dem Jahr 2003 rauchen rund zwei Drittel Jugendliche weniger und auch bei den Erwachsenen haben etwa 30 Prozent dem blauen Dunst abgeschworen. Der riskante Konsum von Alkohol unter Jugendlichen ist außerdem in den vergangenen zehn Jahren um mehr als 60 Prozent zurückgegangen. Trotz dieser Entwicklungen macht Marlene Mortler aber darauf aufmerksam, dass das Thema Sucht nach wie vor keine Randerscheinung, sondern eine Krankheit sei. Schätzungsweise sind in Deutschland davon 13 Millionen Menschen betroffen. Um diese Zahl zu senken, will Mortler das Thema aus den Fachkreisen herausholen und in einer breiten Öffentlichkeit diskutieren. Sie fordert die Gesellschaft auf, beim Thema Drogensucht insgesamt konsequenter zu werden.

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Nutzhanf in Deutschland -wofür wird er gebraucht und ist er legal?

Cannabis sativa der „nützliche Hanf“

Die Erfolgsgeschichte einer der ältesten Kulturpflanzen der Welt begann vor über 2.000 Jahren in China. Von China aus trat der Nutzhanf seinen Siegeszug durch die Welt an. In Sachen Vielseitigkeit schlägt Hanf unbestritten die meisten anderen Nutzpflanzen. Von den Chinesen als Nahrungsmittel, sowie als Heilmittel gegen Malaria, Rheuma und viele andere Krankheiten geschätzt, wurde die Hanfpflanze in anderen Ländern (z. B. Indien) auch als Rauschmittel (Haschisch, Marihuana) verwendet.

Neben der Verwendung als Rausch- und Arzneimittel, wurde Hanf im Laufe der Geschichte schon früh auch zur Herstellung einer Vielzahl von Produkten des täglichen Gebrauchs verwendet. Neben Hanfpapier, Kleidung aus Hanfgewebe, Hanftauen- und -seilen, wurde aus der Hanffaser, aufgrund ihrer Festigkeit sowie der Widerstandsfähigkeit gegenüber Salzwasser, beispielsweise auch Segeltuch hergestellt. Damit ist für die meisten die Seefahrt überhaupt erst ermöglicht geworden. Heute sind die widerstandsfähigen Hanffasern des als ständig nachwachsender Rohstoff in der Automobil-, Papier-, Lebensmittel-, Chemie- und Textilindustrie, sowie in der Bauwirtschaft sehr gefragt. 

Anbau von Nutzhanf in Deutschland, legal oder illegal?

Nutzhanf bzw. Faserhanf umfasst aktuell insgesamt 63 zertifizierte Sorten, die in der BRD und der EU für den industriellen Anbau freigegeben wurden. Die Sorten sind in der Gesamtausgabe des gemeinsamen EU-Sortenkatalogs für landwirtschaftliche Pflanzenarten aufgeführt. Eine aktuelle Sortenliste ist auf der Website der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung unter legale Hanfsorten veröffentlicht. Alle für den industriellen Anbau erlaubten Sorten, haben einen THC Anteil von weniger als 0,2 %, sind also als Rauschmittel gänzlich ungeeignet. Aufgrund ihres hohen Faseranteils von 30-40 % sind diese Hanfsorten sehr gut für die industrielle Weiterverarbeitung geeignet.

Allerdings ist es Privatpersonen in Deutschland, unter Strafandrohung, verboten Hanf zu kultivieren. Der Anbau und die Kultivierung durch Privatpersonen, egal welche Hanfsorte und zu welchem Zweck (z. B. als Zierpflanze), gilt in Deutschland als Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz. Deshalb wird hier mit einer Geldstrafe, im schlimmsten Fall mit Freiheitsstrafen bis zu 5 Jahren, geahndet. Landwirte im Sinne des § 1 Abs. 4 des Gesetzes über die Alterssicherung der Landwirte (ALG) hingegen ist es erlaubt, Faserhanf für industrielle bzw. kommerzielle Zwecke anzubauen. Dabei muss die kultivierte Fläche die gemäß §1 Abs. 2 + §1 Abs. 5 ALG gesetzlich vorgeschriebene Mindestgröße haben, oder überschreiten. 

Was müssen Landwirte beachten, wenn sie Nutzhanf legal anbauen wollen?

Der industrielle Anbau von Hanf ist in Deutschland anmelde-und genehmigungspflichtig. Eine Genehmigung erhalten ausschließlich hauptberuflich tätige, lizenzierte Landwirte, die Mitglied in der landwirtschaftlichen Sozialversicherung sind, oder große Unternehmen. Angebaut werden dürfen lediglich die Hanfsorten, die im EU-Sortenkatalog aufgelistet sind. Der Anbau anderer Hanfsorten ist auch für Landwirte verboten. Zuständig für die Genehmigung ist die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung. Diese Behörde führt auch regelmäßige Kontrollen durch. Wenn infolge einer Kontrolle festgestellt wird das eine verbotene Hanfsorte, oder eine Hanfsorte mit einem höheren THC Anteil als der erlaubte Grenzwert von 0,2 %, angebaut wurde, wird die gesamte Ernte konfisziert und vernichtet. Demzufolge ist auch die Aussaat von selbst gewonnenem Saatgut sowie genehmigten Hanfsorten verboten. Das liegt daran, dass sich der THC-Gehalt in der Hanfpflanze nach mehreren Generationen automatisch wieder erhöht.

Damit entsprechen die Pflanzen nicht mehr den gesetzlichen vorgegebenen Grenzwerten und ihr Anbau ist daher untersagt. Legal hingegen ist der Import von Nutzhanfsamen zur Aussaat. Der Import ist allerdings lizenzpflichtig und beschränkt sich auf die innerhalb der EU zugelassenen Hanfsorten. Genaue Regelungen hierzu sind in der Verordnung (EU) Nr. 1308/2013) enthalten. Die Lizenz ist an strenge Auflagen gebunden. Zugelassenes Saatgut ist auch schwer zu bekommen, da der THC-Grenzwert von 0,2 % oft überschritten wird.

Wie sieht die Zukunft der Hanfproduktion aus?

Für die aktuellen großen Probleme der Menschheit, der Energiekrise und dem Klimawandel, ist der Rohstoff Hanf zwar kein Allheilmittel, kann aber zumindest teilweise zu einer Lösung beitragen. Die fossilen Energieträger wie Erdöl, Erdgas und Kohle, beeinflussen in steigendem Maß das Klima und die Temperatur (Treibhauseffekt) auf der Erde. Des Weiteren sind fossile Brennstoffe nicht unbegrenzt vorhanden und in naher Zukunft wahrscheinlich irgendwann gänzlich verbraucht. Für die daraus entstehende Energielücke müssen Alternativen gesucht werden. Hanf ist nur eine davon.

Die Hanfpflanze hat als Energielieferant gleich zwei Vorteile. Sie wächst nach und ist CO2-neutral. Netto wird nicht mehr CO2 der Atmosphäre zugeführt, als die Pflanze während des Wachstums aufnimmt. Eine weitere, gleichzeitig auch umweltfreundliche Möglichkeit, ist die Verwendung von Biokraftstoff aus Hanföl. Der Hanf-Biodiesel ist wesentlich klimaschonender als Erdöl. Er ist CO2-neutral und biologisch abbaubar. Bei der Verbrennung entstehen auch keine, die Umwelt belastenden Stoffe (z. B. Benzole). Und nicht zu vergessen: Biodieselnutzer werden von der Bundesregierung und der EU durch eine geringere Mineralölsteuer belohnt.

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Cannabis-Legalisierung – Steuereinnahmen

Cannabis Legalisierung in Deutschland?

Die Meinungen der Bundesbürger sind sozusagen halb und halb. Die Hälfte der Verbraucher sagen, dass eine Legalisierung erstrebenswert ist. Weil gewissenlose Dealer die infrage kommenden Produkte mit Schadstoffen strecken oder vermischen. Dammit würde die Legalisierung den Dealern die Geschäfte „vermiest“. Experten vermuten, die Legalisierung der Staatskasse würde immerhin an die 2,6 Milliarden Euro Steuern einbringt. Wenn die angenommene Cannabis-Steuer vier Euro je Gramm betragen würde, während sich der Verkaufspreis auf zehn Euro pro Gramm beläuft, würde der Staat einen recht ansehnlichen Profit verzeichnen. 

Diese Kosten sind nicht mehr relevant

Das positive Ergebnis ist natürlich unter anderem von den Kosten abhängig, die durch die Legalisierung entfallen. Die Herstellung, der Besitz und letztendlich auch der Konsum werden nicht mehr geahndet. Somit würden Gerichtskosten und Polizeiermittlungen entfallen. Das Verbot ist für den Nutzer nicht ausschlaggebend. Deshalb würde mit der Legalisierung der Schwarzmarkt langsam verschwinden. Arbeitsplätze entstehen durch die Legalisierung, was in wirtschaftlicher Hinsicht durchaus beachtenswert ist. Unterschiedliche Steuern kommen zur Anwendung: 

-Umsatzsteuer

-Gewerbesteuer

-Lohnsteuer

-Körperschaftssteuer

CBD Cannabidiol – Hanf ist eine vielseitig einsetzbare Pflanze

CBD stellt man aus weiblichem Hanf her. Er ist unter anderem im medizinischen Bereich einsetzbar. Die Wirkungen sind von entkrampfend, entzündungshemmend bis hin zur Linderung psychischer Erkrankungen als positiv zu verzeichnen. Da CBD angstlösend wirkt, wenden Verbraucher das verschreibungspflichtige Cannabidiol vorzugsweise bei psychischen Erkrankungen an. Die Fasern der Hanfpflanze sind immens stabil, deshalb werden bis zu 50.000 Produkte aus Hanf hergestellt.

Hanf benötigt keinen Dünger und keine Bekämpfungsmittel gegen Schädlinge. Wenn man dem Hanf aber die Substanz THC entziehen würde, benötigte er sehr wohl diese chemischen Produkte. Das gewonnene THC wird in der Pharmazie eingesetzt. Hanf an sich ist vielseitig, nutzbringend sowie im medizinischen Bereich wohl nicht mehr wegzudenken. 

Wie sehen die Cannabis – Steuereinnahmen im Ausland aus?

Der legale Anbau in Colorado beispielsweise schreibt von ungefähr 25,3 Millionen Dollar, die als „Kiffersteuer“ bezeichnet werden. Im Oktober letzten Jahres gab Justin Trudeau aus Kanada bekannt, wenn mit einem Preis von zehn Dollar pro Gramm kalkuliert wird, würden rund 400 Millionen Dollar jährlich an Steuereinnahmen realisiert werden. 

Vorteile des legalen Verkaufs in Deutschland

Im Verlauf der jahrelangen Diskussionen werden die Einwände weniger. Die Vorteile treten nun stärker in den Vordergrund, um eine Legalisierung zu realisieren: 

Der Verkauf wird staatlich reguliert sowie kontrolliert. Die Qualität sowie die Menge, sind transparent und werden gesetzlich verankert. 
Die Qualitätskontrolle ist durchführbar. Hier tritt der Verbraucherschutz in den Vordergrund. 
Wenn die Möglichkeit der Beschaffung auf legalem Wege besteht, werden kriminelle Dealer weniger Profit durch den Verkauf des oft minderwertigen Produktes realisieren können. 
Der dann noch stattfindende illegale Verkauf kann nachhaltiger verfolgt werden. 
Experten zufolge verfügt Cannabis über ein geringeres Suchtrisiko, als es beim Nikotin oder Alkohol der Fall ist. 
Die Entlastung der Drogenfahnder und der Justiz sind ebenfalls wichtige Faktoren. 

Ersparnisse, wenn der Verkauf gestattet ist

Fachleute habe eine grobe Schätzung veröffentlicht, die Steuereinnahmen beinhaltet und Kosten in Euro, die nicht mehr anfallen, wenn der Verkauf erlaubt ist: 

Steuer, 650.000.000

herkömmliche Umsatzsteuer 403.750.000

Gewerbesteuer 25.673.390

Körperschaftssteuer 87.391.500

Lohnsteuer 145.182.755

Weniger Polizeieinsätze und daraus resultierende Kosten 1.077.070.230

Kosten für Gerichte, Staatsanwaltschaften usw. nicht ermittelbar

Die Gesamtkosten belaufen sich auf 2.389.067.875 Euro, eine stattliche Summe. Ein Beispiel, auf deutsche Großstädte bezogen, in diesem Falle München und Berlin: 

München: Verbrauch 4,8 Tonnen Steuern 10,48 Mio

Berlin: Verbrauch 11,64 Tonnen Steuern 23,64 Mio

Die Preise werden unterschiedlich geschätzt. In München kostet 1 Gramm beispielsweise 11,65 Euro, in Berlin 10,82 Euro, in Frankfurt 8,23 Euro. Für die Legalisierung sprechen jedoch andere Kriterien in Stichworten: 

-Der Schwarzmarkt geht buchstäblich pleite

-Cannabis verfügt über gute Qualität, die von staatlicher Seite überprüft wird

-Das Verbotene ist erlaubt, hat nicht mehr den Reiz bei Jugendlichen

-Polizeikräfte sind entlastet

Wie sehen die staatlichen Stellen den legalen Verkauf von Cannabis?

Hohe Steuereinnahmen werden kalkuliert, Experten rechnen mit 60 % des Verkaufswertes. Wie bereits erwähnt, werden Kosten der Polizeieinsätze sowie der darauf folgenden Gerichtskosten entfallen. Der Bund Deutscher Kriminalbeamter befürwortet den legalen Verkauf. Deshalb wird ein profitabler Wirtschaftszweig entstehen, wie bereits bei Tabak und Alkohol vorhanden. Deshalb profitieren die Sparten Verpackung, Logistik, Marketing und Verkaufsgeschäfte von dieser Lösung. Zusätzliche Arbeitsplätze werden selbstverständlich ebenso geschaffen. Der neu entstandene Wirtschaftszweig sorgt für ansehnliche Steuereinnahmen. Der Anbau der Hanfpflanzen sollte allerdings nicht so leicht erlaubt werden. Studien haben ergeben, dass der THC-Gehalt bei Pflanzen, die unter Kunstlicht gezüchtet werden, vermehrt ist. Die Kontrolle in dieser Richtung benötigt Fachkräfte, damit lediglich der Verkauf legalisiert werden sollte.

Einige Politiker vertreten die Auffassung, deutsche Plantagen anzulegen, die jedoch unter staatlicher Kontrolle stehen. Die Ernte darf nur an lizenzierte sowie überwachte Fachgeschäfte verkauft werden. Die Überwachung ist nicht so kostspielig wie Polizeieinsätze und Gerichtsverfahren. Die Pharmaindustrie ist dieser Idee ebenfalls nicht abgeneigt. Der Grund dafür ist, dass neue Produkte entwickelt werden können. Diese werden wiederum den lukrativ zuständigen Stellen unterbreitet. 

Staatliche Stellen sehen Gesundheitsgefahren

Die Gefahren des Missbrauchs, gerade bei Jugendlichen, sehen die zuständigen Stellen als sehr hoch an. Deshalb sollte die Abhängigkeit nicht gefördert werden. Den Studien nach wären Depressionen, Angsterkrankungen sowie darüber hinaus sogar Psychosen das Resultat. Aus diesem Grund ist die Regierung ist also noch keineswegs einstimmig überzeugt, die Legalisierung zu befürworten. Es ist noch kein Resultat in Sicht. Die Vorteile sind allerdings nicht von der Hand zu weisen. Es ist auch nicht zu verheimlichen, dass Suchtgefahren, die von Alkohol herrühren, genauso schädlich sind. Erfahrungsgemäß ist der Alkoholiker schneller süchtig und der Entzug entsprechend schwerer zu verwirklichen. Niemand hat jedoch bisher den Alkohol so vehement verboten. Hier musste der legale Verkauf nicht jahrelang erstritten werden. 

Cannabis im medizinischen Bereich

Allerdings müssen auch die größten Skeptiker zugeben, dass Cannabis nicht nur einseitige Wirkungen besitzt, sondern erwiesenermaßen entzündungshemmend wirkt. Substanzen in dieser Pflanze führen zum reduzierten Wachstum von Krebszellen. Illegalität verhindert kein Kiffen, Legalität hingegen unterstützt nicht automatisch den Konsum. Cannabis, das unkontrolliert verkauft wird, ist in jedem Falle schädlicher, als ein Produkt, welches kontrolliert angebaut und verkauft wird. Seit ungefähr zwei Jahren ist es Patienten erlaubt, Cannabis unter Vorlage des Rezeptes zu nutzen. Allerdings darf nicht unerwähnt bleiben, dass das in der Apotheke erhältliche Produkt wohl nicht mit dem vom Dealer gekauften Cannabis vergleichbar ist. 

Neue Informationen

Im Februar 2019 entschied die Mehrheit des Kieler Landtages den legalen Kauf. Die CDU und AfD sperren sich gegen diese Entscheidung. Die Polizei wird weiterhin kleine Kiffer verfolgen, während sich Jugendliche mit Alkohol weit mehr schaden. Die deutschen Mitbürger neigen je zur Hälfte zum legalen Verkauf, während die andere Hälfte strikt dagegen argumentiert. Kanada und Luxemburg haben es 2018 geschafft, den legalen Verkauf der Hanfpflanze sowie ihrer Produkte zu ermöglichen. Kalifornien hat diese Möglichkeiten ebenfalls geschaffen. Allerdings ist das Rauchen an öffentlichen Orten hier verboten. 

Fazit

Es ist leider unverständlich, wieso sich die Regierung dagegen sträubt, den Verkauf zu legalisieren. Menschen rauchen weiterhin Cannabis, ob legal oder nicht. Dann sollte man die Vorteile berücksichtigen. Andererseits kann man mit Recht sagen, dass wenn Cannabis verboten ist, warum nicht auch Alkohol. Alkoholiker richten viel mehr Schaden an und sind aus medizinischer Sicht genauso, wenn nicht sogar noch mehr gefährdet. Tabaksüchtige gefährden nur sich selbst, keine Mitmenschen, sodass die „normalen“ Zigarettenraucher nicht zur Debatte stehen.
Der legale Verkauf zwingt zur Qualitätskontrolle, sodass die Legalisierung zum Schutz der Nutzer berücksichtigt werden sollte. Ein überwachter Anbau der Pflanzen ist durchaus durchführbar, damit die stetige Kontrolle zu guter Qualitätsware führt. Ein Import würde höchstwahrscheinlich die profitablen Aussichten in puncto Steuereinnahmen schmälern. Nur ein legaler Verkauf lässt sich lückenlos kontrollieren. Der Drogendealer wird mutmaßlich keine Mühe darauf verschwenden, die Hanferzeugnisse zu kontrollieren, genauso wie für den Gesundheitsschutz zu sorgen.

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Analyse und Wachstumsprognose der Cannabis-Branche in Deutschland

MARKTÜBERSICHT

Als stärkste Wirtschaftsmacht Europas ist Deutschland weltweit führender Anbieter in zahlreichen Branchen und Vorreiter der europäischen Cannabisindustrie. 
Deutschland, Europas größter potenzieller Markt, hat im März 2017 mit der Einführung einer neuen medizinischen Cannabisgesetzgebung und der Schaffung von elf Produktionslizenzen begonnen. Umstritten war das System der Lizenzvergabe für erfahrene internationale Unternehmen, die mit lokalen Unternehmen zusammenarbeiten oder Kooperationen schließen. 

Das ursprüngliche deutsche medizinische Cannabis-Lizenzverfahren wurde gestrichen. Als mehrere Unternehmen, die Lizenzen beantragt hatten, behaupteten, dass das BfArM ihren Antrag falsch bearbeitet habe. Eine Woche nach der Einstellung des Verfahrens hat das BfArM eine neue Ausschreibung mit aktualisierter Höchstgrenze für den Anbau veröffentlicht. Der Freizeitgebrauch ist in Deutschland derzeit illegal, obwohl die Strafen in den letzten Jahren mit zunehmender Tendenz immer milder wurden.

Die deutsche Hanfindustrie gehört zu den Top 5 in Europa und wird voraussichtlich 2019 weiterhin wachsen. Das Land ist bereit für weitere Reformen, einschließlich der Entkriminalisierung, die vom Vorsitzenden der Polizeigewerkschaft im Februar 2018 gefordert wurde. Gegenwärtig richtet sich die Aufmerksamkeit der nationalen Regierung auf den heimischen Anbau. Obwohl die anfänglichen Beantragungskosten hoch waren, können die Markteintrittsbarrieren beseitigt werden. Das liegt daran, dass inländische Organisationen weiterhin gegen die Bevorzugung internationaler Partnerschaften sprechen. 

RECHTLICHER RAHMEN

Deutschland ist der größte medizinische Cannabismarkt in Europa. Zudem ermöglicht er den Verkauf der meisten Cannabismedikamente wie Sativex, Dronabinol, Nabilone und viele mehr. Die medizinischen Cannabisprogramme des Landes befinden sich noch in der Entwicklungsphase, werden zukünftig allerdings zu den stabilsten Europas gehören.

Medizinisches Cannabis

Seit März 2017 ist medizinisches Cannabis in Deutschland legal. Bisher hatte die Gesetzgebung nur Anträge von rund 1.000 Patienten akzeptiert. Im März 2018 stieg die Zahl der Anträge bei den Krankenkassen jedoch auf 13.000. Die Krankenkassen tragen die Kosten für die Versorgung der Patienten mit verordnetem medizinischem Cannabis. Bisher sind 60% der Anträge auf Erstattung genehmigt.

Cannamedical

Cannamedical Pharma, einer der Marktführer bei der Versorgung deutscher Patienten schätzt, dass im Jahr 2018 30.000 Patienten mit Importen in einer Größenordnung von 22.000 kg versorgt werden. Um die steigende Nachfrage nach medizinischem Cannabis zu decken, ist Deutschland auf den Import von medizinischem Cannabis aus dem Ausland angewiesen.

Anträge

Wie das Bundesgesundheitsministerium mitteilte, haben elf Antragsteller beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) eine Einfuhrgenehmigung für Cannabis zu medizinischen Zwecken beantragt. Im Zeitraum zwischen September 2017 und März 2018 importierte Deutschland 2100 kg medizinisches Cannabis aus dem Ausland. Dies ist nach den ursprünglichen Rechtsvorschriften maximal zulässig. 

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums werden jedoch noch weitere Anträge bearbeitet. Seit September 2017 beantragen die bisherigen Importberechtigten die Erhöhung ihrer Jahreskontingente auf 10.900 kg. Zwei weitere Anträge mit einem Gesamtgewicht von 10.400 kg werden außerdem bearbeitet. Voraussetzung für den Import ist, dass das man Cannabis auf die ursprüngliche Bezugsquelle zurückgeführen kann. Dabei muss es sich um einen zugelassenen medizinischen Hersteller unter Kontrolle des Exportstaates handeln.

Die genannten Bestimmungen sind das Ergebnis eines internationalen Abkommens, das die Herstellung und Lieferung bestimmter Arzneimittel verbietet. Aufgrund rechtlicher Schwierigkeiten bei der vorangegangenen Ausschreibung hat das BfArM ein neues Angebot mit einer aktualisierten Höchstgrenze von 10.400 Kilogramm Cannabisimport veröffentlicht. Das ist eine deutlich höhere Menge als die bisherigen 6.600 Kilogramm. Es ist jedoch wichtig zu erwähnen, dass die oben genannte Cannabismenge in den nächsten vier Jahren produziert werden soll.

Lizenzaustattung

Derzeit plant Deutschland, mindestens drei Unternehmen mit Lizenzen auszustatten, um diese Anforderungen zu erfüllen. Zudem ist die aktuelle Produktionsgrenze auf 1.000 Kilogramm pro Unternehmen und Jahr festgelegt. Damit wird die wachsende Nachfrage jedoch nicht gedeckt und somit wird Deutschland noch mindestens bis 2020 Cannabis importieren. Derzeit müssen Antragsteller Zulassungen für Cannabistests, bundesweite behördliche Genehmigungen nach dem Arzneimittelgesetz, die Einfuhrgenehmigung, die Großhandelslizenz und die Herstellungserlaubnis einholen. Das einführende Unternehmen muss einen Drogenbeauftragten benennen, der über ausreichende Fachkenntnisse verfügt. Diese Expertise kann einen Universitätsabschluss in Biologie, Chemie, Pharmazie oder Human-/Tiermedizin oder eine Berufsausbildung zum Pharmagroßhändler beinhalten. 

Es sind umfassende Sicherheitsmaßnahmen zu ergreifen und vom Importeur nachzuweisen, einschließlich der Lagerung in Schließfächern, Sicherheitsräumen und elektrischen Überwachungssystemen, die mit der Polizei verbunden sind. Die Produkte müssen auch den Richtlinien der GACP(Good Agricultural and Collection Practice) entsprechen. Darüber hinaus muss das Cannabis den Bestimmungen der Monographie „Cannabisblüten“ des Deutschen Arzneibuchs und anderer relevanter Monographien entsprechen.

Das Bundesopiumamt ist verantwortlich für das Antragsverfahren der Importgenehmigung. Was die weitere Gesetzgebung betrifft, so gibt es in Deutschland eine etablierte Interessengemeinschaft, die von einem starken Forschungsumfeld begleitet ist. Obwohl eine Entkriminalisierung wahrscheinlich ist, ist nicht davon auszugehen, dass vor dies vor 2022 (oder bis zur nächsten Wahl)erfolgt. Der Rechtsrahmen für CBD ist nicht eindeutig. Hanfderivate schienen in Deutschland als legal behandelt zu werden, doch in jüngster Zeit wurde gegen eine Hanfbar vorgegangen, die getrocknete Hanfblüten in Form von Tee verkaufte. Einer der Barbesitzer steht nun vor dem Prozess. Tatsächlich hält die Deutsche Hanf/Cannabis-Gesellschaft die rechtlichen Rahmenbedingungen derzeit für so undurchsichtig, dass sie empfiehlt, den Handel mit synthetischen Cannabispflanzen in Deutschland nicht zu betreiben. 

Gesundheitsanalyse

Seit Januar 2017 müssen die gesetzlichen Krankenkassen, bei denen 90% der Bevölkerung versichert sind, Cannabismedikamente (bis zu fünf Unzen oder 141,75 Gramm pro Monat) erstatten. Damit ist Deutschland einer der potenziell wertvollsten Märkte in Europa. Das Versicherungssystem deckt alle Cannabisbehandlungen ab, bestimmt aber nicht, welche Bedingungen erfüllt werden müssen. 

Das macht es für Patienten schwierig, ein medizinisches Cannabis-Rezept zu erhalten. Tatsächlich sind die Ärzte oft vorsichtig, wenn es darum geht, medizinische Cannabis-Rezepte auszustellen, und zwar aus einer Reihe von Gründen. Diese beziehen sich auf die Kontrolle durch Aufsichtsbehörden und Versicherungsgesellschaften, Rufschäden durch den Umgang mit vermeintlichen Drogenkonsumenten, Unklarheiten über die medizinische Wirksamkeit und die gesetzliche Haftung für den Fall, dass der Patient eine Nebenwirkung auf Cannabis hat.

Da die deutsche Pharmazie derzeit nur Cannabisblüten akzeptiert, können die damit verbundenen Kosten, insbesondere im Vergleich zu anderen Cannabis-Präparaten, recht hoch sein. Wenn die Versicherungsgesellschaften jedoch davon überzeugt sind, dass Cannabinoide die Qualität der öffentlichen Gesundheit tatsächlich verbessern und ihre Kosten senken, könnten sie letztlich die stärksten Verbündeten der Branche werden. Die Zulassungsrate der drei führenden Versicherer (AOK, TK und Barmer) liegt bei medizinischen Cannabispatienten-Anwendungen zwischen 62% und 64%. Für Patienten ohne Krankenversicherung kann medizinisches Cannabis in Deutschland je nach Versorgungslage zwischen 1.500 und 2.400 Euro kosten. Darüber hinaus können Apotheken rund sieben Euro pro Gramm verlangen, um Cannabis für den medizinischen Gebrauch zu produzieren. Die Regierung hat Mittel für die Erforschung und Entwicklung von Cannabisbehandlungen bei Epilepsie, von denen schätzungsweise rund 540.000 Deutsche betroffen sind, in den Vordergrund gestellt. 

Geschäftliche Möglichkeiten

Deutschland weist unter allen EU-Ländern die größte Nachfrage nach Cannabis auf. Allein der geschätzte Markt für medizinisches Cannabis beläuft sich auf 7,7 Milliarden Euro. Wenn auch Freizeit-Cannabis in die Schätzung einbezogen wird, steigt der Wert auf 16,2 Milliarden Euro. Dies macht den deutschen Cannabismarkt für Cannabisunternehmen in Deutschland, der EU und anderen Ländern äußerst attraktiv.

Deutschland plant, den inländischen Anbau von Cannabis für medizinische Zwecke voranzutreiben. Unternehmen, die diesen Raum betreten, müssen jedoch aufgrund der hohen Antragsgebühren und der strengen Auflagen möglicherweise zwischen 30 und 60 Millionen Euro ausgeben. Diese Kosten werden zumindest in den nächsten 18 Monaten weiterhin in dieser Größenordnung bleiben, da Versorgungsengpässe für jeden erfolgreichen Antragsteller einen starken Umsatz und hohe Marktpreise garantieren. Darüber hinaus müssen die Antragsteller Erfahrungen in der Produktion von bundesgesetzlichem Cannabis und einem GMP-zertifizierten Produkt nachweisen.

Bisher beherrschen große kanadische und niederländische Unternehmen den Markt durch Kooperationen mit deutschen Unternehmen wie Spektrum, Pedanios, Nuuvera und Cannamed. Verzögerungen im Genehmigungsverfahren haben dazu geführt, dass dieselben Unternehmen auch im übrigen Europa Anbau- und Produktionsanlagen errichten. Mit einer aktuellen Präsenz in Portugal und Dänemark werden sich deutsch-kanadische Partnerschaften zukünftig auch auf Italien und Griechenland konzentrieren. Billigproduzenten aus aller Welt setzen nun mit medizinischen Cannabisprodukten auf Deutschland und gehen von einer mindestens 18-monatigen Versorgungslücke aus, bevor der heimische Anbau beginnt. Das deutsche Kranken- und Versicherungssystem setzt auf die Digitalisierung, so dass auch Innovationen im Technologiebereich wahrscheinlich sind. Die Barriere für den Markteintritt ist jedoch hoch, und potenzielle Antragsteller benötigen ein Verständnis und Erfahrung in den Bereichen IT-Sicherheit, Banken, europäisches Datenschutzrecht und Datenschutz. 

PROGNOSE DES MARKTWERTS FÜR MEDIZINISCHES CANNABIS: 2018 – 2028 

Bis 2024 wird die Zahl der medizinischen Cannabispatienten in Deutschland die 1-Million-Marke überschreiten, so die Prognose von Prohibition Partners. Da die meisten Cannabismedikamente im Land zum Kauf angeboten werden, kann ein breiteres Spektrum an Krankheiten behandelt werden. Dies hat dazu beigetragen, den prognostizierten Wert des deutschen medizinischen Cannabismarktes zu steigern. Prohibition Partners geht davon aus, dass die Nachfrage nach medizinischem Cannabis im Land weiter steigen wird. Die durchschnittlichen Ausgaben pro Patient dürften im Prognosezeitraum bis 2028 wieder zurückgehen. 

Fachliche Expertenanalyse 
Kai-Friedrich Niermann, Rechtsanwalt 

Freizeitaktivitäten 

Ein jüngst veröffentlichtes Gutachten im Auftrag des Deutschen Hanfverbandes geht davon aus, dass es 250 Tonnen pro Jahr auf dem Schwarzmarkt gibt. Im Falle einer Legalisierung könnten 20.000 neue Arbeitsplätze geschaffen und Steuereinnahmen von bis zu 3 Milliarden Euro erzielt werden. Der Autor der Studie, Prof. Dr. Haucap, einer der einflussreichsten deutschen Ökonomen für regulierte Märkte, stellte diese Studie Ende November auf einem Legalisierungskongress in Berlin vor. Seine Einschätzung ist sehr konservativ. Wie er erklärte, könnte es derzeit auch bis zu 600 Tonnen auf dem Schwarzmarkt geben, da es aufgrund der illegalen Verteilungsbedingungen nur unzureichende Daten gibt. 

Es wird nach wie vor heftig über die Legalisierung diskutiert. Im Juli 2017 schlugen die Grünen dem Deutschen Bundestag einen Gesetzentwurf vor, der die Legalisierung von Cannabiskonsum für Freizeitzwecke vorsieht. Das Gesetz sah eine vollständige Entkriminalisierung der Nutzer und einen geregelten Markt für Anbau, Großhandel, Einzelhandel, Verarbeitung und Import vor. Die Geschäftspartner konnten Anbaugebiete, Groß- und Einzelhandelsbetriebe usw. ohne Einschränkung freigeben, es gäbe nur Anforderungen an Qualität und soziale Verantwortung (die Geschäfte müssen ein soziales Konzept und gut ausgebildetes Fachpersonal vorweisen). 
Mit Ausnahme der beiden konservativen Parteien CDU und AfD ist mittlerweile jede Partei im Bundestag für eine Legalisierung bereit. 

Da die Grünen vermutlich eine wichtige Rolle in der nächsten Regierung spielen werden, weil sie derzeit hervorragende Umfragen vorweisen können (15-20%), könnte das Cannabis Control Act die Vorlage für jede Legalisierungsgesetzgebung sein. Wenn die WHO Cannabis innerhalb des Systems der einzelnen Suchtstoffübereinkommen umplant, wird es ein weiteres starkes Argument für die Drogenpolitik sein, den repressiven Ansatz im Umgang mit Cannabis in Bezug auf Kriminalisierung und Vertrieb zu ändern. Wenn Kanada und die legalisierten US-Märkte positive gesellschaftliche Auswirkungen und Erfahrungen mit der Legalisierung aufweisen und die USA Cannabis mit einer Bundesreform legalisieren, wird Deutschland bald folgen. 

Ausschreibung 

Die Ausschreibung wurde aufgrund eines Rechtsstreits vom Oktober auf Dezember 2018 verschoben. Gemäß den Ausschreibungsbedingungen müssen Antragsteller nachweisen, dass sie in den letzten drei Jahren 50 kg GMP-gerechtes medizinisches Cannabis (oder medizinische Kräuter) an eine staatliche Cannabisagentur verkauft haben. Das alles so dass nur die Verkäufe niederländischer und kanadischer Unternehmen berücksichtigt werden können.

Einer der Antragsteller bemängelt die Ausschreibungsbedingungen und versucht, die Cannabisagentur zu zwingen, die Bedingungen durch Berufung an das zuständige Bundesgericht zu überprüfen. Die Beschwerde wurde zurückgewiesen. Die Rechtsmittel sind jedoch noch nicht ausgeschöpft. So kann es zu einer weiteren Verzögerung kommen oder die Ausschreibung muss wie der erste Versuch, den Anbau in Deutschland zu etablieren, gestrichen werden. Es scheint, dass das deutsche Ausschreibungsgesetz und der rechtliche Rahmen der einzelnen Betäubungsmittelübereinkommen, die bei der Begründung des Anbaus in einem Mitgliedstaat eingehalten werden müssen, unvereinbar sind. Sollte auch das zweite Ausschreibungsverfahren scheitern, wird der Druck auf den Gesetzgeber zur Änderung der Rechtsordnung größer, da die Inlandsnachfrage mit der Zahl der Patienten kontinuierlich steigen wird. 

CBD 

Das Problem mit CBD ist weiterhin, dass für die derzeit üblichen Nahrungsergänzungsmittel, d.h. Produkte unterhalb der medizinischen Verwendungsgrenze, keine Heilversprechen abgegeben werden dürfen, es sei denn, es werden wissenschaftliche Nachweise erbracht. Die Unternehmen müssen weiterhin in die Forschung investieren, um das Marktpotenzial der CBD-Produkte langfristig voll auszuschöpfen. Es macht keinen Sinn, Produkte mit hohem finanziellen und organisatorischen Aufwand auf den Markt zu bringen, ohne sagen zu können, warum der Verbraucher sie kaufen soll.
Auf regulatorischer Ebene gibt es in der EU zwei Möglichkeiten: Erstens kann die Aufnahme von CBD-Produkten in die EU-Liste der zulässigen gesundheitsbezogenen Angaben der Europäischen Kommission beantragt werden (EU-Register für nährwert- und gesundheitsbezogene Angaben über Lebensmittel). Zum anderen besteht die Möglichkeit, das betreffende CBD-Produkt als traditionelles pflanzliches Arzneimittel (z.B. Ginkgo) zu registrieren, so dass auch pharmakologische Wirkungen kommuniziert werden können.

HIER können Sie einen Beitrag zum Cannabiskonsum bei Jugendlichen von uns lesen!