Malana – Das „Cannabis-Dorf“ in Indien

Malana ist ein indisches Bergdorf im Herzen des Himalaya. Abgeschieden von der Außenwelt erreichen Besucher aus aller Welt das Dorf ausschließlich zu Fuß. Noch bis vor kurzem benötigten Touristen mehrere Tagesmärsche, um die Siedlung zu erreichen. Allerdings hat sich die Wanderung mittlerweile auf wenige Stunden verkürzt, denn seit einigen Jahren gibt es eine Straße, die zumindest in die Nähe Malanas führt.

Der Grund, warum vor sich allem Liebhaber von Cannabis in das Bergdorf Nordindiens verirren, nennt sich Malana-Cream. Seit Jahrhunderten leben die Einwohner Malanas von Hanfprodukten und dem womöglich besten Cannabis der Welt.

Die geographische Lage Malanas

Das Dorf liegt im Norden Indiens im Staat Hamachal Pradesh. Es befindet sich in einem Seitental des Parvati-Tals zwischen den Bergen Chanderkhani und Deo Tibba. Über den Chanderkhani-Pass kommt man direkt in das versteckte Bergdorf.

Die Anreise erfolgt zunächst mit dem Bus nach Jari. Von hier aus begibt man sich auf eine 12 km lange Wanderung durch die Natur und erreicht so das Ziel in einigen Stunden. Der nächste Flughafen befindet sich übrigens im nur 13 km von Jari entfernten Buntar. Die Anreise per Flugzeug ist daher auch möglich.

Aufgrund seiner Lage in der Himalaya-Region hat das Dorf ein extremes Klima. Wer den Ort besuchen will, sollte also während der Sommermonate anreisen. Zu dieser Zeit ist das Dorf über den Chanderkhani-Pass leicht zugänglich, während der Zugang in den Wintermonaten durch Schneemassen versperrt ist. Die beste Reisezeit ist demnach von Anfang Mai bis Ende August.

Touristen aus aller Welt wollen in das kleine Dorf

Jedes Jahr pilgern hunderte Touristen vor allem aus einem Grund in die kleine Siedlung Malanas. Hier soll es das beste Marihuana der Welt geben. Dieses Produkt wird Malana-Cream genannt und lockt Jahr für Jahr immense Touristenströme aus aller Welt an. Einige davon besuchen das jährlich stattfindende Sommerfest, andere interessieren sich für die Kultur und Lebensweise der Einwohner Malanas. Immerhin hat sich das Dorf über Jahrhunderte ohne jegliche Einflüsse von der Außenwelt ein eigenes Rechts- und Demokratiesystem basierend auf dem uralten Glauben an den Gott Jamblu aufgebaut.

Der Hauptgrund für die Touristen ist jedoch nach wie vor Malana-Cream.

Anbauweise und Verwendung von Marihuana in Malana

Seit Jahrhunderten wird Marihuana in der Region Malanas angebaut und von den Dorfbewohnern zu unterschiedlichen Zwecken verwendet. Die Bewohner benutzen es beispielsweise, um aus den Fasern der Pflanze Seile zu knüpfen, womit sie ihr Vieh anbinden. Hier werden hauptsächlich Schafe, Ziegen und Kühe für die wertvolle Milch und Wolle gehalten. Darüber hinaus fertigen die Dorfbewohner Hanf für die Herstellung von Schuhen und ernähren sie sich von den Samen der Pflanze, indem sie Chutney daraus zubereiten und mit dem indischen Brot Roti verzehren.

Selbstverständlich konsumieren die Einwohner Marihuana auch als Rauschmittel. Malana-Cream ist nicht nur bei den Einheimischen beliebt. Mit den Hippies kam auch das Interesse, das Harz der Marihuana-Pflanze auf den internationalen Markt zu bringen.

Wie steht die indische Regierung zum Handel mit Malana-Cream?

Marihuana ist hier, wie auch im Rest des Landes illegal.

Seit der Ort durch die Erbauung eines Wasserwerks und einer Straße vor wenigen Jahren nicht mehr gänzlich abgeschottet ist, wurde auch der Handel und mit ihm der Fokus auf das Dorf mit seinen Bräuchen und Sitten immer größer.

Der Regierung ist der Handel mit Malana-Cream auf dem internationalen Drogen-Markt ein Dorn im Auge. Deshalb ist es den Dorfbewohnern nicht mehr gestattet, die Pflanze anzubauen, zu konsumieren oder zu verwerten. Obwohl dies jahrhundertelang zu deren Tradition gehörte. Doch mit der Kommerzialisierung des schwarzen Goldes kam auch die Reglementierung. Etwa 600 Verhaftungen finden jährlich aufgrund von unerlaubtem Handel, Anbau oder Konsum der Pflanze statt.

Dennoch sieht man während der Erntezeit im September Männer, Frauen und selbst kleine Kinder auf den Feldern sitzen, die Hände aneinanderreibend um das wertvolle Harz aus der Cannabis Pflanze zu extrahieren. Für viele Familien Malanas ist der kommerzielle Anbau der Pflanze die einzige Einkommensquelle. Dabei ist der Handel für die Dorfbewohner mehr als lukrativ. Der Marktpreis von Malana-Cream liegt immerhin zwischen 3000 und 4000 Euro pro Kilo.

Da Malana-Cream und alle Produkte der Pflanze wie Hanfseile und -Schuhe illegal sind, sorgt die Polizei regelmäßig dafür, dass die Marihuana Felder zerstört werden. Verstöße werden mit jahrelangen Gefängnisstrafen geahndet. Das reißt nicht nur Familien auseinander, sondern stellt auch eine Gefahr für den Lebensunterhalt der Einwohner dar.

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