Hanf als Medizin – Die Heilkraft von Cannabis

Trotz des vielseitigen Nutzens von Cannabis eilt der verteufelten wie geliebten Hanf – pflanze immer noch ein allzu schlechter Ruf voraus. Woran das liegt? Cannabis wird nach wie vor in vielen Ländern der Welt als Droge deklariert und steht damit weiterhin im Schatten ihres Images als verbotenes Kraut. Dabei ist Cannabis weitaus mehr als das, nämlich neben einer wertvollen Nutzpflanze auch ein wirkungsvolles Medikament. Inzwischen wissen Wissenschaftler, Ärzte und auch Regierungschefs längst um die positiven Effekte, die Cannabis bei verschiedensten Krankheitsbildern bewirken kann.

Der Stellenwert von Hanf früher und heute

Als Arzneimittel gewinnt Cannabis seit einiger Zeit zunehmend mehr an Akzeptanz und das zu Recht. Denn schon die alten und weisen Chinesen nutzten die Nutz- und Heilpflanze Hanf vor tausenden von Jahren für medizinische Zwecke. Als Heilmittel für Verdauungsprobleme, Bauchschmerzen und Gelenkbeschwerden wurde es damals schon gern eingesetzt. Im 20. Jahrhundert wurde die Cannabispflanze wegen der psychoaktiven Wirkung des Cannabinoids THC verboten. Der zum Teil sinnbetäubende Wirkstoff wird aus den Blüten und Blättern oder auch dem Harz der Pflanze gewonnen. Mit dem Konsum entstehen für einen kurzen Zeitraum von wenigen Stunden üblicherweise ein angenehmes Hochgefühl, innere Ruhe, Entspannung und allgemeines Wohlbefinden.

Die Wiederentdeckung von Cannabis

Nachdem Cannabis lange Zeit von der Bildfläche und in die Illegalität verschwand, entschlüsselten Wissenschaftler in den 70er Jahren die Struktur für die signifikanten Wirkstoffe CBD (Cannabidiol) und THC (Tetrahydrocannabinol). Die daraus resultierende Entdeckung des ECS (Endogenes Cannabinoid-System) führte letztlich dazu, dass Cannabis mehr und mehr an Relevanz gewinnt für seinen Einsatz bei Genesungsprozessen, Gesundheitsvorsorge und eine mögliche Verbesserung krankheitsbedingter Symptomen. In der weiblichen Hanfpflanze wurden inzwischen mehr als 60 Cannabinoide nachgewiesen.
Seit Mitte der 90er Jahre ist der Anbau von sogenanntem Nutzhanf mit einem THC-Gehalt unter 0,2% wieder legalisiert. Dieser Hanf darf fortan zur Gewinnung des Inhaltsstoffes Cannabidiol angebaut und verwendet werden. Entsprechende Produkte sind als Nahrungsergänzungsmittel oder Kosmetikprodukte frei verkäuflich in Apotheken oder online-Shops erhältlich.

In welchen medizinischen Bereichen Hanf eingesetzt wird

Bisher fehlt es noch an wissenschaftlich fundierten Belegen, die beweisen, dass Hanf als Arzneimittel tatsächlich hilft. Aber viele Patienten schwören dennoch auf die Heilkraft der Wirkstoffe von Cannabis. Bei schwerwiegenden Erkrankungen wie Multipler Sklerose, HIV oder Krebs wird es bereits vermehrt als Arzneimittel verschrieben, zumindest wenn andere Therapieformen erfolglos geblieben sind. Auch Patienten mit chronischen Schmerzen profitieren vom Medikament Cannabis, denn zur Schmerzlinderung wird es immer häufiger effektiv eingesetzt.
Bei anderen Erkrankungen wie ADHS, Rheuma oder chronischer Migräne zögert das Gros der Ärzte noch vehement bei der Ausstellung eines Cannabis-Rezeptes. Diese Erkrankungen gelten allgemein nicht als so schwerwiegend, was unter anderem Bedingung ist für die Ausstellung eines entsprechenden Rezeptes. Demnach liegt es bislang am Ermessen des Arztes, ob er Cannabis verschreibt oder nicht. Dieser muss nicht nur die Verschreibung zwingend begründen, sondern auch die Erfolgssichten der Cannabis-Therapie darlegen.

Die Wirkung von Cannabis

Die beiden Inhaltsstoffe THC und CDB können maßgeblich zur Linderung von Beschwerden und Erkrankungen beitragen. Erst durch Trocknung und Erhitzung werden die Wirkstoffe jedoch freigesetzt. Sie haben unterschiedliche Wirkungen und werden deshalb in verschiedenen Bereichen der Medizin eingesetzt.

Medizinisches Gras mit einem hohen THC-Gehalt wird hauptsächlich bei Patienten mit chronischen Schmerzen, bei Krebspatienten nach einer Chemotherapie, bei MS-Patienten oder ADHS-Patienten verschrieben. THC bewirkt nicht nur Rauschzustände, sondern dient auch der Schmerzreduzierung. Der Abbau des Wirkstoffs im Körper dauert länger als bei anderen Substanzen. Bis zu einem Monat ist THC im Körper nachweisbar.

Hanfpflanzen mit viel Cannabidiol-Anteil hingegen finden Verwendung bei Patienten, die zum Beispiel an Epilepsie, Übelkeit, Übergewicht, Panikattacken, Depressionen, Nervosität oder Schlaflosigkeit leiden. Mitunter wird es auch zur Linderung von ADHS- und Tourette-Symptomen eingesetzt. Seine medizinische Bedeutung ist noch längst nicht ausgeschöpft. Es wirkt schmerzlindernd, entzündungshemmend, entkrampfend, beruhigend, angstlösend und antibakteriell. Gleichfalls gilt es als gesundheitsfördernd und ist im Gegenzug zum Wirkstoff THC legal.

Wie medizinisches Hanf konsumiert wird

Medizinisches Gras wird in getrockneten Blüten der Pflanze von Apotheken ausgegeben. Die Blüten können geraucht oder gedampft werden. Alternativ können sie als Tee aufgegossen werden. Die Wirkung des THC tritt allerdings am schnellsten nach einer Inhalation ein. Abhängig von der jeweiligen Wirkung sind Faktoren wie individuelle Verträglichkeit, Körpergröße, Gewicht und bereits aufgenommene Nahrung.

Die orale Einnahme von Cannabisextrakten, die mit hochwertigen Ölen beigesetzt werden, oder Fertigarzneimitteln ist ebenfalls möglich. Hier dauert der Eintritt der Wirkung zwar länger, hält aber dafür auch wesentlich länger an. Zudem lassen sich Fertigarzneimittel leichter dosieren als pures Gras. Als fertige Arzneimittel werden verschrieben: Das Mundspray Sativex zur Behandlung von Multipler Sklerose, die Kapseln Canemes zur Behandlung von Krebspatienten und Dronabinol als Tropfen oder Kapseln zur Behandlung gegen Erbrechen bei einer Chemotherapie, gegen anhaltende Appetitlosigkeit und massiven Gewichtsverlust schwer Erkrankter.

Unter welchen Richtlinien Cannabis verschrieben werden darf

Trotz einer seit 2017 bestehenden Gesetzesneuerung, die Cannabisblüten und -extrakte als Arzneimittel zulässt, ist der Eigenanbau, Konsum und Handel der Pflanze nach wie vor verboten in Deutschland. Cannabis unterliegt dem Betäubungsmittelgesetz. Lediglich der Anbau von Industrie- und Nutzhanf mit einem THC-Gehalt von unter 0,2 % ist erlaubt.

In Deutschland wird Cannabis als Arzneimittel bisher nur von sehr wenigen Ärzten verschrieben. Die Blüten auf Rezept fallen unter staatlicher Kontrolle, das heißt, sie kommen aus bestimmten eigens für diesen Zweck zugelassenen Importen aus Holland und Kanada. Zurzeit ist die Verschreibung von Cannabis eher noch Ausnahme als Regel. Die Kosten für eine Cannabis-Therapie können von den Krankenkassen übernommen werden.

Die Crux mit dem Cannabis

Cannabis wird als verschreibungspflichtiges Medikament von Ärzten noch lang nicht präferiert. Zur Behandlung von Schmerzen, die ihre Ursache im Nervensystem haben, zum Beispiel bei Spastiken oder Phantomschmerzen, wird es mittlerweile verstärkt eingesetzt.
Patienten, die medizinisches Gras konsumieren und Ärzte, die es verschreiben, begeben sich trotz der gesundheitlichen Erfolge, die Cannabis bewirken kann, immer noch auf eine Gratwanderung. Das liegt vor allem daran, dass zwischen Ärzten, Wissenschaftlern und Politiker noch kein Konsens besteht über die tatsächliche Wirksamkeit und eventuelle Nebenwirkungen. Bereits vorliegende Studien geben zu wenig Aufschluss darüber, ob und in welchem Ausmaß Cannabis hilft.

Die meisten Ärzte weigern sich konsequent, Cannabis-Rezepte auszustellen. Patienten weichen somit gezwungenermaßen auf andere Methoden aus und kaufen illegales Gras bei gewöhnlichen Dealern. Für beide Seiten kann das keine dauerhafte und befriedigende Alternative sein. Patienten sind, wenn sie in Eigenregie auf Cannabis zurückgreifen, darauf angewiesen, ihre Dosis selbst zu bestimmen. Die ärztliche Beaufsichtigung entfällt somit. Ärzte verhalten sich wegen der wackligen Rechtslage und fehlender stichhaltiger Studien zurückhaltend und können ihrem medizinischen Auftrag vielleicht nicht wirklich gerecht werden.

Vom Rauschmittel zur anerkannten Medizin?

Im Zeitalter der Individualisten, wo Gesundheit und eine gesunde Lebensweise mehr als je zuvor zum Lifestyle gehören, kommen wir an Cannabis nicht mehr vorbei. Es wird Zeit, mit überholten Vorurteilen aus anderen Zeiten aufzuräumen. Es wird Zeit Cannabis als Pflanze mit einem unwahrscheinlich hohen, heilversprechenden Potential als anerkannte Medizin eine Chance zu geben.
Die Zukunft verspricht weitere positive Ansätze für eine medizinische Anerkennung des heilenden Krauts, denn zukünftige Forschungen werden neue und erweiterte Richtlinien ermöglichen. In vielen medizinischen Bereichen wird Cannabis bereits erfolgreich als Medikament verwendet, obwohl Gesetzgeber und Pharmaindustrie einer Etablierung noch immer skeptisch entgegenstehen. Am Ende zählen hoffentlich zufriedene Patienten mehr als die Stigmatisierung der Hanfpflanze C .

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