Hanf als neues Superfood: Hat es wirklich Potenzial?

Bei Hanf denken die Meisten unweigerlich zunächst an illegale Rauschmittel. Doch als Superfood sind Hanfsamen weder berauschend, noch illegal, dafür aber äußerst nahrhaft und Gesundheitsfördernd. Wir klären auf, was die Unterschiede zur Cannabis-Droge sind, Was die Vorteile des neuen Superfoods Hanf sind, wie es hergestellt wird und wo man es kaufen kann. Zudem stellen wir einige interessante Anwendungsfelder für Hanfsamen vor. Denn nicht nur Lebensmittel können durch das Powerfood verfeinert werden. Auch Kosmetika profitieren von der belebenden Wirkung der reichhaltigen Inhaltsstoffe des natürlichen Produkts.

Wird man von dem Speisehanf high?

Kaum ein Smoothie oder Müsli kommt heute noch ohne den Zusatz von Hanfsamen aus. Grund dafür ist das enorme Potenzial und die einzigartige Reichhaltigkeit an Nährstoffen in den Samen. Eine berauschende Wirkung haben die Samen dagegen keineswegs. Sie enthalten nur extrem kleine Mengen des im als “Weed” bekannten Mittels enthaltenen THC. Wir haben deshalb alles Wichtige zusammengefasst, was man über den gesunden Speisehanf wissen muss.

Hanfpflanze: Vielfältig verwendbar

Die vielfältigen Anwendungsgebiete der Hanfpflanze lassen sich über viele Jahrhunderte zurückverfolgen. Die Pflanze aus der Gruppe der rosenartigen Gewächse wurde zunächst in der Produktion von Textilien verwendet. Auch Seile lassen sich aus dem natürlichen Gewebe hervorragend herstellen. Zwischenzeitlich war Cannabis dann als berauschende Droge in Verruf geraten und hat noch heute eine starke Assoziation mit dem Illegalen. Dabei ist ein wichtiger Aspekt verloren gegangen. Hanfsamen enthalten Stoffe, die sowohl bei der Ernährung wie auch für die Schönheitspflege äußerst brauchbar sind.

Dabei kommen den unterschiedlichen Teilen der Pflanze ganz verschiedene Funktionen zu. Die Hanfart, aus der industriell verwertbare Hanffasern gewonnen werden können, enthält nur sehr geringe Mengen des von der Droge bekannten THC (Tetrahydrocannabinol). Auf Grund dessen ist der Anbau und die Verarbeitung von Hanf heute in Deutschland legal und das Produkt kann problemlos als Nahrungsmittel verwertet werden. In diesen Bereichen kommt vornehmlich die Sorte Cannabis sativa zum Einsatz. Diese ist nicht zu verwechseln mit der zur Drogenproduktion gebrauchten Sorte Cannabis indica.

Nährstoffreichtum des legalen Faserhanfs

Nicht nur, aber vor allem die Samen des legal produzierbaren Faserhanfs gelten wegen ihres nahezu unerschöpflichen Nährstoffreichtums heute als besonders nützliches Nahrungsmittel. Veganer und Vegetarier beispielsweise profitieren von einem Eiweißgehalt von 30 Prozent. Die Proteine aus dem Hanfsamen ähneln besonders dem körpereigenen Eiweiß, was sie zu einem sehr effektiven Proteinlieferanten macht. Zudem ist der Samen dadurch langanhaltend sättigend und die reichhaltigen Inhaltsstoffe können vom Körper leicht aufgenommen werden. Das macht das Nahrungsmittel zu einem besonders interessanten und effektiven Ersatz für tierische Produkte. Zusätzlich versorgt der Hanfsamen den menschlichen Körper mit unverzichtbaren Aminosäuren. Da der Körper diese zum Aufbau und zur Reparatur von Zellgewebe dringend braucht und nicht selbstständig produzieren kann. Folglich müssen sie über die Ernährung aufgenommen werden.

Wichtige Vitamin B2-Quelle

Zusätzlich versorgt der Samen des Faserhanfs den Körper auch mit Vitamin B2, das sonst fast ausschließlich über tierische Produkte aufgenommen werden kann. Weil die Konzentration von Vitamin B2 im Hanfsamen sogar über der in Milch oder Fleisch liegt, ist er eine besonders gesunde Alternative.

Liefert wichtige Omega-3-Fettsäuren

Der Ernährung der meisten Menschen mangelt es an einer ausreichenden Zufuhr wichtiger Omega-3-Fettsäuren. Hier verschafft der Hanf Abhilfe und versorgen den Körper mit hochwertigen gesättigten Fetten. Ein ausgewogenes Verhältnis der verschiedenen Fettsäuren ist wichtig für den menschlichen Organismus. Dies führt zur Vermeidung von Erkrankungen wie Herz-Kreislauf Problemen oder Einschränkungen des Nervensystems. Daneben liefert Hanföl dem Körper Gamma-Linolensäure (GLA), die ansonsten nur sehr wenige andere Früchte enthalten. Diese sehr seltene Fettsäure kann dazu beitragen, Symptome verschiedenster Beschwerden zu lindern.

Ballaststoffe fördern Verdauung und machen satt

Die Reichhaltigkeit von Hanfsamen an Ballaststoffen macht die Frucht zudem zu einer nützlichen Ernährungsergänzung, wenn man abnehmen möchte. Dank der Ballaststoffe direkt unter der Schale der Samen tritt beim Essen schneller ein Sättigungsgefühl ein, das dann auch relativ lange anhält. Die Ballaststoffe tragen außerdem zur geregelten Verdauung bei.

Wo finden sich Hanfprodukte als Lebensmittel?

Die reichhaltigen Inhaltsstoffe der Hanfpflanze machen den Faserhanf zu einem besonders vielfältigen Lebensmittel. Neben der Verwendung der Hanfsamen in Produkten wie Müslis, Proteindrinks, im Salat oder im Smoothie, lassen sie sich auch zu wertvollen Speiseölen verarbeiten oder als Grundstoff für experimentelle Limonaden oder Biere verwenden. Dem Ideenreichtum bei der Verwendung von Speisehanf sind eigentlich keine Grenzen gesetzt.
Wichtiger Lieferant der esseztiellen Aminosäuren ist das Hanföl. Nur 20 Gramm reichen zur Deckung des Tagesbedarfes aus. Das Öl ist hervorragend für Salate, Dips, Smoothies oder zum Garen und Dünsten geeignet. Frittieren und Braten ist allerdings mit dem Hanföl nicht möglich. Geschmacklich erwartet den Genießer ein ausgewogener nussig-herber Ton. Für Veganer, Vegetarier oder Allergiker bieten sich Produkte aus Hanfsamen außerdem als gute Ernährungsalternative an. Hanfbrot beispielsweise ist glutenfrei und versorgt den Körper zudem mit wichtigen Nährstoffen. Als Milchersatz beispielsweise bei Laktoseintoleranz liefert Hanfmilch besonders nahrhafte Proteine.

Wo gibt es Speisehanf zu kaufen?

Hanfprodukte sind heute in der Regel in allen Bioläden und im Reformhaus erhältlich. Außerdem gibt es zahlreiche Online-Shops, die interessante Produktneuheiten rund um das neue Superfood anbieten. Hier gibt es auch viele weitere spannende Informationen und Rezeptvorschläge. Doch auch im breiten Einzelhandel erhalten Hanfprodukte vermehrt Einzug. So sind sie bereits bei manchen Drogeriemärkten zu finden und auch die großen Supermarktketten schauen sich die Entwicklung genau an. Die Zeiten, in denen Hanf allein als Rauschmittel Bekanntheit erfährt, sind jedenfalls vorbei.

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