Cannabiskonsum bei Jugendlichen

Der Cannabiskonsum unter Jugendlichen in Deutschland nimmt immer weiter zu. Das zeigt der Drogen- und Suchtbericht 2018, den Marlene Mortler im vergangenen Oktober vorgestellt hat, welche die Drogenbeauftrage der Bundesregierung ist. Demnach hat sich der Anteil der Jugendlichen zwischen 12 und 17 Jahren, die schon einmal Cannabis konsumiert haben, von 2011 bis 2016 deutlich erhöht. Statt vormals 6,7 Prozent sind es jetzt 8,3 Prozent. Ähnliche Entwicklungen stellte auch die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) fest. Dort gaben im Rahmen einer Studie 6,9 Prozent der Jugendlichen an, innnerhalb des ketzten Jahres mindestens einmal Marihuana konsumiert zu haben. Im Jahr 2011 lag dieser Wert noch bei 4,6 Prozent.

Gestiegener Cannabiskonsum auch bei den Erwachsenen

Die Studien haben auch den Konsum von Erwachsenen im Auge, beschränken sich dabei aber auf junge Menschen zwischen 18 und 25 Jahren. Bei dieser Bevölkerungsgruppe gaben 22 Prozent an, im Jahr 2018 wenigstens einmal Cannabis konsumiert zu haben. 2016 lag dieser Wert bei 16,8 Prozent, im Jahr 2008 waren es sogar nu 11,6 Prozent. Es zeigt sich also deutlich, dass der Cannabiskonsum bei jungen Menschen immer stärker ansteigt. Für die BZgA ist das ein klarer Anlass zur Sorge. Marlene Mortler macht deutlich auf die Gefahren der Droge aufmerksam und stuft Marihuana als eine Droge mit hohen gesundheitlichen Risiken ein. Aus diesem Grund sei auch eine Debatte um eine mögliche Legalisierung nicht sinnvoll.

Gesundheitliche Schäden durch Cannabikonsum besonders im jungen Alter

Experten sind sich größtenteils einig darüber, dass Cannabiskonsum gerade bei Kindern und Jugendlichen zu schweren Schäden führen kann. Eine enstprechende Studie der Universität Köln lieferte dazu entsprechende Ergebnisse. Zwei Gruppen von Personen wurden dort bei dem Absolvieren verschiedener Tests beobachtet, welche vor allem das Arbeitsgedächtnis forderten. Eine Gruppe bestand aus Personen, welche vor dem 16. Lebensjahr mit dem Cannabiskonsum begonnen hatte. Die Probanden der anderen Gruppe fingen erst mit 17 Jahren oder später mit dem Cannabiskonsum an. Eine Auswertung der Hirnaktivitätsmuster ergab, dass bestimmte Bereiche im Gehirn bei Früheinsteigern stärker aktiviert wurden als bei den anderen Teilnehmern der Studie. Für die Forscher ist das ein klares Zeichen dafür, dass bestimmte Hirnareale bei jugendlichen Cannabiskonsumenten nicht optimal organisiert sind.

Diese These stützt eine Studie des Max-Planck-Instituts für Hirnforschung. Dort haben Hirnstrommessungen ergeben, dass sich das Gehirn von Jugendlichen im Alter zwischen 15 und 17 Jahren im Umbruch befindet. Das Gehirn scheint sich zum Teil völlig neu zu organisieren und ist deshalb für jegliche Beeinflussungen durch Drogen und andere Substanzen besonders empfindlich.

Legalisierung von Cannabis kein Thema

Aufgrund der Gefahren für Jugendliche und auch Erwachsene ist eine mögliche Legalisierung von Cannabis für die Drogenbeauftragte Mortler weiterhin kein Thema. ein solcher Schritt käme ihrer Ansicht nach einer „Kapitulation“ gleich. Stattdessen verfolgt Mortler einen Ansatz, welcher die gesundheitlichen Folgen des Kiffens in den Mittelpunkt stellt. Süchtige Menschen sollen demnach früher Hilfestellungen erhalten, außerdem sollen Präventionsmaßnahmen verstärkt werden, um gesundheitliche Schäden in der frühen Entwicklung von Jugendlichen zu vermeiden.

Längst nicht jeder teilt derartige Ansichten. Während wohl niemand öffentlich einen legalen Konsum für Kinder und Jugendliche fordert, gibt es immer mehr, die die Droge zumindest für Erwachsene legalisieren wollen und dabei auf das Selbstbestimmungsrecht des Einzelnen verweisen. Außerdem wird auch immer wieder als Argument ins Feld geführt, dass eine Legalisierung dem Schwarzmarkt und damit kriminellen Energien den Nährboden nehmen könne. Am Ende ist die Diskussion also noch lange nicht.

Weniger Alkohol und Tabak

Während Marihuana von immer mehr Menschen in Deutschland konsumiert wird, sind andere Suchtmittel derzeit auf Schrumpfkurs. Sowohl Alkohol als auch Tabak werden von immer weniger Jugendlichen konsumiert. Seit dem Jahr 2003 rauchen rund zwei Drittel Jugendliche weniger und auch bei den Erwachsenen haben etwa 30 Prozent dem blauen Dunst abgeschworen. Der riskante Konsum von Alkohol unter Jugendlichen ist außerdem in den vergangenen zehn Jahren um mehr als 60 Prozent zurückgegangen. Trotz dieser Entwicklungen macht Marlene Mortler aber darauf aufmerksam, dass das Thema Sucht nach wie vor keine Randerscheinung, sondern eine Krankheit sei. Schätzungsweise sind in Deutschland davon 13 Millionen Menschen betroffen. Um diese Zahl zu senken, will Mortler das Thema aus den Fachkreisen herausholen und in einer breiten Öffentlichkeit diskutieren. Sie fordert die Gesellschaft auf, beim Thema Drogensucht insgesamt konsequenter zu werden.

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