Cannabisanbau in Deutschland?

Seit 2017 wird medizinisches Cannabis in Deutschland auf Rezept verschrieben und damit von den Patienten legal konsumiert. Nur der Anbau von Cannabis war bisher weiterhin verboten. Dementsprechend musste das Hanf aus dem Ausland, beispielsweise aus Kanada oder den USA, importiert werden. Das ist insbesondere durch die Liberalisierung der ausländischen Märkte zunehmend schwieriger geworden. Und auch die Qualität der importierten Stoffe steht auf dem Prüfstand. Daher gab es durch die Bundesregierung schon länger das Vorhaben, einigen inländischen Unternehmen den Cannabisanbau, natürlich streng reguliert, zu gestatten. Drei Unternehmen haben nun offiziell die Erlaubnis zum Hanfanbau erhalten.

Hanf als Medizin

Stand 2019 werden in der Bundesrepublik rund 50.000 Menschen mit Cannabis behandelt. Obwohl es keine offiziellen Statistiken dazu gibt, sind das die Zahlen, die Aphria-Chef Knopp zum aktuellen Bedarf nennt. Aphria ist eines der Unternehmen, die in diesem Jahr mit dem Cannabisanbau beginnen dürfen. Die Krankheiten, die einen Patienten laut dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) für eine Cannabisbehandlung qualifizieren, sind unter anderem chronische Schmerzen, Multiple Sklerose, Epilepsie, depressive Störungen und ADHS. Patienten mit Psychosen oder einer Vorbelastung für psychische Krankheiten müssen beim Cannabiskonsum allerdings vorsichtig sein.

So funktioniert der Cannabisanbau in Deutschland

Der Hanfanbau wurde zunächst für die kommenden vier Jahre genehmigt. Jedes Jahr werden dazu 13 Lose zu je 200kg ausgeschrieben. Insgesamt dürfen damit 10,4 Tonnen Hanfprodukt geerntet werden. Die drei Unternehmen, die sich einen Teil der Lose sichern konnten, sind Aphria (5 Lose), Aurora Deutschland (5 Lose) und das Berliner Startup Demecan (3 Lose). Alle drei Firmen sind zwar deutsch, gehören aber zu kanadischen Mutterkonzernen odre kooperieren mit ihnen. Die erste Ernte der Cannabispflanzen soll bereits im Herbst 2020 erfolgen. Die Unternehmen müssen nun also zügig die Anlagen, mit hohen Anforderungen, bauen. Die Anlagen müssen dazu nicht nur streng abgesichert sein.

Ausstattung einer Cannabis-Plantage

Um hochwertige Produkte mit entsprechendem THC-Gehalt zu garantieren, müssen auch die Plantagen selbst über neuste Technik wie Infrarotlampen und Klimatechnik verfügen. Der Bau einer solchen Anlage ist teuer. Obwohl es keine genauen Zahlen dazu gibt, welche Umsätze die Unternehmen durch den Hanfanbau machen werden, geht man aber bisher fest davon aus, dass sich diese Kosten auf Dauer amortisieren werden.

Reicht der geplante Cannabisanbau?

Die durch die Bundesregierung angepeilte Hanfmenge reicht voraussichtlich nicht aus, um den deutschen Bedarf tatsächlich zu decken. Bei rund 50.000 Patienten müsste man mit dem aktuell genehmigten Anbau mit ca. 0,143g pro Tag und Kopf kalkulieren. Der Tagessatz für eine Erstbehandlung liegt aber bereits bei 1g pro Tag. Und: In Kanada, in dem die Behandlung mit Hanf bereits seit 2001 legal ist, erhalten mittlerweile 0,9% der Bevölkerung auch tatsächlich regelmäßig medizinisches Cannabis. Das wären in der Bundesrepublik 750.000 Menschen. Wenn der Bedarf an medizinischem Hanf also noch weiter steigt, wird der deutsche Markt weiterhin auf Importe angewiesen sein.

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