Nutzhanf in Deutschland -wofür wird er gebraucht und ist er legal?

Cannabis sativa der „nützliche Hanf“

Die Erfolgsgeschichte einer der ältesten Kulturpflanzen der Welt begann vor über 2.000 Jahren in China. Von China aus trat der Nutzhanf seinen Siegeszug durch die Welt an. In Sachen Vielseitigkeit schlägt Hanf unbestritten die meisten anderen Nutzpflanzen. Von den Chinesen als Nahrungsmittel, sowie als Heilmittel gegen Malaria, Rheuma und viele andere Krankheiten geschätzt, wurde die Hanfpflanze in anderen Ländern (z. B. Indien) auch als Rauschmittel (Haschisch, Marihuana) verwendet.

Neben der Verwendung als Rausch- und Arzneimittel, wurde Hanf im Laufe der Geschichte schon früh auch zur Herstellung einer Vielzahl von Produkten des täglichen Gebrauchs verwendet. Neben Hanfpapier, Kleidung aus Hanfgewebe, Hanftauen- und -seilen, wurde aus der Hanffaser, aufgrund ihrer Festigkeit sowie der Widerstandsfähigkeit gegenüber Salzwasser, beispielsweise auch Segeltuch hergestellt. Damit ist für die meisten die Seefahrt überhaupt erst ermöglicht geworden. Heute sind die widerstandsfähigen Hanffasern des als ständig nachwachsender Rohstoff in der Automobil-, Papier-, Lebensmittel-, Chemie- und Textilindustrie, sowie in der Bauwirtschaft sehr gefragt. 

Anbau von Nutzhanf in Deutschland, legal oder illegal?

Nutzhanf bzw. Faserhanf umfasst aktuell insgesamt 63 zertifizierte Sorten, die in der BRD und der EU für den industriellen Anbau freigegeben wurden. Die Sorten sind in der Gesamtausgabe des gemeinsamen EU-Sortenkatalogs für landwirtschaftliche Pflanzenarten aufgeführt. Eine aktuelle Sortenliste ist auf der Website der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung unter legale Hanfsorten veröffentlicht. Alle für den industriellen Anbau erlaubten Sorten, haben einen THC Anteil von weniger als 0,2 %, sind also als Rauschmittel gänzlich ungeeignet. Aufgrund ihres hohen Faseranteils von 30-40 % sind diese Hanfsorten sehr gut für die industrielle Weiterverarbeitung geeignet.

Allerdings ist es Privatpersonen in Deutschland, unter Strafandrohung, verboten Hanf zu kultivieren. Der Anbau und die Kultivierung durch Privatpersonen, egal welche Hanfsorte und zu welchem Zweck (z. B. als Zierpflanze), gilt in Deutschland als Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz. Deshalb wird hier mit einer Geldstrafe, im schlimmsten Fall mit Freiheitsstrafen bis zu 5 Jahren, geahndet. Landwirte im Sinne des § 1 Abs. 4 des Gesetzes über die Alterssicherung der Landwirte (ALG) hingegen ist es erlaubt, Faserhanf für industrielle bzw. kommerzielle Zwecke anzubauen. Dabei muss die kultivierte Fläche die gemäß §1 Abs. 2 + §1 Abs. 5 ALG gesetzlich vorgeschriebene Mindestgröße haben, oder überschreiten. 

Was müssen Landwirte beachten, wenn sie Nutzhanf legal anbauen wollen?

Der industrielle Anbau von Hanf ist in Deutschland anmelde-und genehmigungspflichtig. Eine Genehmigung erhalten ausschließlich hauptberuflich tätige, lizenzierte Landwirte, die Mitglied in der landwirtschaftlichen Sozialversicherung sind, oder große Unternehmen. Angebaut werden dürfen lediglich die Hanfsorten, die im EU-Sortenkatalog aufgelistet sind. Der Anbau anderer Hanfsorten ist auch für Landwirte verboten. Zuständig für die Genehmigung ist die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung. Diese Behörde führt auch regelmäßige Kontrollen durch. Wenn infolge einer Kontrolle festgestellt wird das eine verbotene Hanfsorte, oder eine Hanfsorte mit einem höheren THC Anteil als der erlaubte Grenzwert von 0,2 %, angebaut wurde, wird die gesamte Ernte konfisziert und vernichtet. Demzufolge ist auch die Aussaat von selbst gewonnenem Saatgut sowie genehmigten Hanfsorten verboten. Das liegt daran, dass sich der THC-Gehalt in der Hanfpflanze nach mehreren Generationen automatisch wieder erhöht.

Damit entsprechen die Pflanzen nicht mehr den gesetzlichen vorgegebenen Grenzwerten und ihr Anbau ist daher untersagt. Legal hingegen ist der Import von Nutzhanfsamen zur Aussaat. Der Import ist allerdings lizenzpflichtig und beschränkt sich auf die innerhalb der EU zugelassenen Hanfsorten. Genaue Regelungen hierzu sind in der Verordnung (EU) Nr. 1308/2013) enthalten. Die Lizenz ist an strenge Auflagen gebunden. Zugelassenes Saatgut ist auch schwer zu bekommen, da der THC-Grenzwert von 0,2 % oft überschritten wird.

Wie sieht die Zukunft der Hanfproduktion aus?

Für die aktuellen großen Probleme der Menschheit, der Energiekrise und dem Klimawandel, ist der Rohstoff Hanf zwar kein Allheilmittel, kann aber zumindest teilweise zu einer Lösung beitragen. Die fossilen Energieträger wie Erdöl, Erdgas und Kohle, beeinflussen in steigendem Maß das Klima und die Temperatur (Treibhauseffekt) auf der Erde. Des Weiteren sind fossile Brennstoffe nicht unbegrenzt vorhanden und in naher Zukunft wahrscheinlich irgendwann gänzlich verbraucht. Für die daraus entstehende Energielücke müssen Alternativen gesucht werden. Hanf ist nur eine davon.

Die Hanfpflanze hat als Energielieferant gleich zwei Vorteile. Sie wächst nach und ist CO2-neutral. Netto wird nicht mehr CO2 der Atmosphäre zugeführt, als die Pflanze während des Wachstums aufnimmt. Eine weitere, gleichzeitig auch umweltfreundliche Möglichkeit, ist die Verwendung von Biokraftstoff aus Hanföl. Der Hanf-Biodiesel ist wesentlich klimaschonender als Erdöl. Er ist CO2-neutral und biologisch abbaubar. Bei der Verbrennung entstehen auch keine, die Umwelt belastenden Stoffe (z. B. Benzole). Und nicht zu vergessen: Biodieselnutzer werden von der Bundesregierung und der EU durch eine geringere Mineralölsteuer belohnt.

Wollen sie etwas über das Thema „Cannabis-Legalisierung – So viel Steuereinahmen werden generiert“ erfahren?
Dann klicken Sie HIER.

Eine Antwort auf „Nutzhanf in Deutschland -wofür wird er gebraucht und ist er legal?“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.